Hey Leute…wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, bin ich wieder im (Bundes-)lande. :)
Es gab viel zu sehen in Berlin…obwohl es sogar schon mein dritter Besuch dort war. Ich vermute man kann auch beim 20sten Mal noch etwas Neues entdecken. Hier eine kurze Zusammenfassung meiner Erlebnisse:

Tag 1 Dienstag, 21. Oktober 08:
Multikulturelle…Kultur.

Gute 3 Stunden Fahrt waren es. Eigentlich ganz ordentlich, wenn man bedenkt, dass wir etwas von der ursprünglich geplanten Strecke abgekommen sind. Langweilig war es allerdings nicht. Mit Musik im Ohr und lustigen Nummernschildern vor der Nase ging es ganz zügig vorwärts. Ich frage mich allerdings tatsächlich, was sich manche Leute dabei denken, wenn sie ihre Nummernschilder anmelden?! Hier ein paar Schilder, die ich mir gemerkt habe: E-VE, S-OX, B-BQ, PI-SD, CO-CK und G-AY

Nun gut…angekommen im Hotel (funktionell und spartanisch eingerichtet, aber wir wollten da ja auch nur schlafen) sind wir auch gleich (zu Fuß) auf große kulturelle Tour gegangen. Über den Potzdamer Platz inkl. Sony Center ging es direkt weiter zum Juden-Mahnmahl…oder heißt es Denkmahl?! Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wo der Unterschied liegt. Ein paar Meter weiter kam auch schon das klitzekleine Brandenburger Tor. Ich weiß nicht, wer von Euch schonmal dort war, aber ich bin jedes Mal wieder “überrascht”, wie klein das Teil doch tatsächlich ist. Besonders imposant finde ich es jedenfalls nicht. In direkter Nähe steht dann auch gleich der Bundestag (Foto) und ein Stückchen weiter noch das Regierungsgebäude. Damit hatten wir also gleich innerhalb kürzester Zeit einen großen Batzen an Sehenswürdigkeiten bestaunt.

Wir hatten Hunger! Und was kam uns als erstes in den Sinn? Kentucky Fried Chicken! Da es bei uns in der Nähe nirgends eine KFC-Filiale gibt und wir noch nie dort gegessen hatten stand der Entschluss schnell fest. Geschwind auf die iPhone-Map geschaut und festgestellt: “Ach des sind ja nur ein paar Meter durch den Tiergarten!” …Wenn es denn nur ein paar Meter gewesen wären. Vom Regierungsviertel quer durch den Tiergarten bis zum Kudamm…es waren ca. 45-60 Minuten. Gelohnt hat sich dieser Marsch allerdings doch…manchmal sind es eben so kleine Entscheidungen, die viel beeinflussen können und den geplanten Verlauf des Abends maßgeblich verändern.
Die KFC-Filiale war wirklich brechend voll. War vermutlich gerade die Hauptumsatzzeit. Irgendwie haben wir dann aber trotzdem einen Sitzplatz ergattern können. Lecker wars ja wirklich. Im Prinzip fertig mit dem Essen und kurz davor zu gehen, kam eine junge Frau an unseren Tisch und fragte (auf Englisch) ob hier noch Platz wäre. Ich gab ihr zu verstehen, dass sie sich gerne setzen könne. Keine Minute später stellte sie sich dann völlig unerwartet bei mir vor und ich erfuhr, dass sie Fatima heißt, aus Bangladesch kommt und hier in Berlin zum studieren ist. Und ehe ich mich versah waren wir mitten in einer sehr interessanten Unterhaltung, die ungefähr eine Stunde dauern sollte. Von Auslandsaufenthalten, Deutsch- und Englischkenntnissen, Berufe, Studium bis hin zu Bayreuth und Berlin haben wir so ziemlich über alles geredet. Toll fand ich dann, als sie mich fragte, woher ich so gut Englisch sprechen könnte. *grins* Da musste ich ihr dann sagen, dass dies die erste Unterhaltung sei, die ich jemals in so großem Rahmen in Englisch geführt habe. Das war richtig cool. Ist ja immerhin schonmal gut zu wissen, dass es offenbar einfach so funktioniert.

Nachdem wir uns in der U-Bahn von Fatima verabschiedet hatten mussten wir auch schon wieder zurück in Richtung Hotel. Kamera abgeben und dann recht zügig wieder zum Sony-Center. Dort wollten wir uns im IMAX “The Dark Knight” ansehen. Was für ein Erlebnis…ich könnte nichtmal im Ansatz mit Worten rüberbringen, wie dieser generell schon phenomenale Film als “IMAX-Experinece” auf dieser großen Leinwand wirkt. Einfach nur WOW!

Als Betthupferl gab es noch nen Donut von Dunkin Donuts.

Tag 2 Mittwoch, 22. Oktober 08:
Tiere, Kunst, Prostituierte und Drogendealer!

Nach einem leckern Frühstück im Hotel machten wir uns am Mittwoch gleich auf in den Berliner Zoo. Im Hinterkopf noch die anderen Stationen die wir an diesem Tag noch besichtigen wollten ging ich von ca. 3 Stunden aus, die wir dort verbringen würden. Es dauerte etwas länger… gute 5 1/2 Stunden haben wir damit verbracht, Elefanten, Tiger, Löwen, Nashörner, Känguruhs und viele andere Tiere zu beobachten. Natürlich waren auch die Eisbären mit dabei. Hier konnten wir dann das Musterbeispiel eines gefeierten und gefallenen Kinderstars begutachten: Knut. Oder wie wir ihn den ganzen Tag genannt haben: Kurt! Von den anderen Eisbären getrennt und ganz alleine in einem separaten Gehege gleich neben dem Kinderspielplatz untergebracht, gammelte der einstige Star des Zoos ziemlich verdreckt auf den Steinen rum. Eigentlich ziemlich traurig…
Generell wird es für die nächsten Jahre erstmal der letzte Zoo-Besuch für mich gewesen sein. Es war zwar sicherlich interessant, einige so seltene Tiere mal ganz nah zu beobachten, aber was man da teilweise beobachten musste machte nicht wirklich Spaß. Manchen Tieren hat man die geistige Verwirrtheit mehr als deutlich angemerkt, wenn sie tatsächlich im Gehege nur noch im Kreis oder immer den gleichen Weg gelaufen sind. Besonders schlimm empfand ich es vor allem bei dem Löwen oder dem Panda, die nichtmal mehr herumliefen sondern nur noch teilnahmslos herumlagen. Aber es war wie gesagt nicht bei allen so. Vor allem bei kleineren oder Herdentieren hat man schon gemerkt, dass sie sich wohl ziemlich wohlfühlen. Trotzdem hat mir der Besuch doch etwas die Augen geöffnet.

Nach einen kurzen Abstecher zum Hotel folgte dann der Besuch bei “Curry 36″. Dort sollte es die beste Currywurst in ganz Berlin geben. Und wahrlich…einfach genial. Sehr lecker und für 1,40 Euro auch noch extrem preiswert. Dagegen kann man die Currywürste bei uns hier wirklich abhaken.

Unser nächstes Ziel war der Alexanderplatz. Immer wieder imposant wenn man den 368 Meter hohen Fernsehturm so nah vor sich stehen hat. Und dieses Mal wollte ich es mir auch nicht nehmen lassen auf die Aussichtsetage zu fahren. 9,50 pro Person sollte der Spaß kosten. Mitlerweile war es schon dunkel und als wir in 203,78 Metern Höhe zu den Fenstern hinaus auf das nächtliche Berlin schauten, bot sich uns ein atemberaubendes Bild. Ein Lichtermeer, wie man es sich größer kaum vorstellen kann. (Genereller Hinweis: Fotos sind nur mit dem Handy aufgenommen!)

Nachdem wir feststellen mussten, dass eine uns empfohlene Eisdiele nicht mehr existiert, packten wir die Gelegenheit beim Schopf und sind stattdessen zum Kunsthaus Tacheles, welches uns ebenfalls empfohlen in annehmbarer Nähe lag. Dort angekommen waren wir erstmal überrascht…jedenfalls ich. Unter Kunsthaus hatte ich mir ehrlich gesagt was anderes vorgestellt. Auch hier fällt eine Beschreibung schwer. Ich formuliere es mal so: definitiv Szene, allerdings keine reichen Kunstinteressierte. Ein zusammenschluss von Künstlern, die dort zwischen Müll und aus Müll unglaubliche Skulpturen schaffen. Von 20 cm bis 4 Meter war alles dabei und es war wirklich genial. Die ganze Szenerie auf der Rückseite des Gebäudes zeigte mir allerdings das erste Mal ein wirklich anderes Bild von Berlin. Ich kam mir eher vor wie…keine Worte. Verfallen, bunt, schrill, groß. Wahnsinn.
Nachtrag: Gerade habe ich leider erfahren, dass das Tacheles zum Ende des Jahres schließen wird.

Auf unserem Weg zurück Richtung Alex kam dann gleich das nächste Highlight. Eine riesige jüdische Synagoge in der Oranienburger Straße. Wow, was für ein imposanter Anblick. Sie wurde im 2ten Weltkrieg fast komplett zerstört. Die Front dient nun als Denkmal.

Wenige Meter weiter, es war ungefähr 21:00 Uhr, machten wir kurz Bekanntschaft mit dem Rotlicht-Milleau. Nichtsahnend läuft man da auf dem Gehweg vorbei an Bars und Restaurants…“Wo wollt ihr denn hin?” fragte uns eine junge recht attraktive Frau. Oops… Sofort dann die Erkenntnis, dass es sich um eine Prostituierte handelt. “Da lang!” war Nils’ kurze und knappe Antwort. Aber auch “da” waren noch mindestens 2 weitere Nutten, die auf Kundschaft warteten. Wir mussten weiter…

Nach dem stundenlangen Umherlaufen entschieden wir uns für eine kurze Pause am Alex. Hunger meldete sich zurück. Und wieder wollten wir zu KFC. Also ab in die nächste S-Bahn und zurück zum Zoologischen Garten.
Es ging nun schon stramm auf 22:00 Uhr zu und die Straßen sind noch mehr als gut gefüllt mit Menschen. Alle in bester Feierlaune…und das an einem Mittwochabend. Was ist hier nur am WE los?
“Braucht ihr Drogen? Haschisch? Marihuana? Koks?” What??? Dieser Typ redet tatsächlich mit uns. Und das nur wenige Meter vor unserem Ziel, der KFC-Filiale. Wir entschieden uns für das Hühnchen…
(Auf dem Bild: Ich im KFC…Im Hintergrund die Straße und die Spiegelung der Verkaufstheke.)

Tag 3 Donerstag, 23. Oktober 08:
Vom KDW in den Bunker.

An unserem letzten Tag wollten wir dann noch früher aufzustehen, da wir ja noch einiges auf dem Programm hatten, bevor es dann am Abend wieder gen Heimat gehen sollte. Ordentlich gefrühstückt, Sachen gepackt und ausgecheckt. Mit dem Auto zum Kudamm und dort ab ins Parkhaus. Das uns die Parkzeit von 4 Stunden 10 Euro kosten würde war vorhersehbar und deshalb nicht schlimm.

Wir waren auf der Suche nach dem Kaufhaus des Westens. (Foto) Es hat tatsächlich ein Stückchen gedauert, bis wir es gefunden haben. Und rein ins Vergnügen… Zuerst sind wir durch die Schmuck”abteilung”. Innerhalb von wenigen Sekunden fühlte ich mich dort dermaßen deplatziert, dass ich da sofort wieder raus musste. Ich weiß nicht genau warum und eigentlich ist es auch egal.
Der Rest des größten Kaufhauses von ganz Europa war ganz kurz formuliert: atemberaubend und überwältigend. Auch hier könnte wieder nichts was ich aufschreibe auch nur im entferntesten den Eindruck vermitteln, den ich dort bekommen habe. Wer in Berlin ist, der muss unbedingt dort rein! Überfluss und Dekadenz in ihrer reinsten Form.
Ein paar asiatische Würzsoßen hier und einige amerikanische Süßigkeiten dort waren dann neben unserem Mittagessen in einer der Fischabteilungen allerdings auch schon das Einzige, was wir gekauft haben. 5 Euro für ein Fischbrötchen mit Flusskrebsen oder Lachs mag einem auf dem ersten Blick viel vorkommen, aber die Menge, mit der die Teile belegt waren hat den Preis allemal gerechtfertigt. Unglaublich lecker war es natürlich auch.

Um auch den daheim gebliebenen ein Stück “Berlin” mitzubringen haben wir kurz vor unserer Abreise aus Berlin-City noch eine 12er Box von Dunkin Donuts organisiert. Dann ging es auch direkt weiter. Mit dem Auto vom Kudamm aus bis zur äußeren Stadtgrenze kann man übrigens gerne mal 45 Minuten brauchen. Verfahren haben wir uns dabei allerdings nicht!

Ungefähr um 14:45 waren wir dann an unserem letzten Ziel, dem Bunker für die Führungsspitze der ehemaligen DDR. 20 Euro Eintritt für eine 2 Stunden Tour, die mich nicht unbedingt interessiert hat…zu Beginn. Die 120 Minuten sind wirklich wie im Flug vergangen und die Informationen, die man dazu erhalten hat waren wirklich mehr als interessant. Alleine die Größe des Bunkers ist der Wahnsinn…und dabei haben wir bei der Tour gerade mal 30% gesehen. An der tiefsten Stelle waren wir glaube ich 21 Meter unter der Erde. Wer mehr dazu wissen möchte, der kann sich auf der offiziellen Seite www.bunker5001.com informieren.
Am Sonntag werden die letzten Touren durchgeführt, bevor der Bunker dann in gut einem Monat glaube ich für mindestens 5-10 Jahre wieder versiegelt und geschlossen wird.

Irgendwo, noch im Umkreis von Berlin, haben wir das Auto nochmal für 1,22.9 pro Liter vollgetankt. Was für ein Preis. Die Heimreise dauerte dann etwas länger, was allerdings auch nur daran lag, dass wir noch einen Abstecher bei meiner Family gemacht haben um einen Teil der Donuts abzugeben.

3 Tage Berlin – Was für eine geile Stadt. Mit jedem Mal wo ich dort bin gefällt sie mir noch besser und ich verlasse sie mit dem Gedanken: Ich komme wieder.

Nun ist die Zusammenfassung auch deutlich länger geworden, als ich vermutet habe und es hat auch viel länger gedauert sie zu schreiben. Aber wie sollte man 3 Tage Berlin auch kürzer zusammenfassen.